IBH OPC UA Editor
Der IBH OPC UA Editor ist das kostenfreie Windows-Werkzeug zur Projektierung des
IBH Link UA und des IBH OPC UA Server/Client. Konfigurationen können offline erstellt,
geprüft, importiert und exportiert sowie direkt zum OPC UA Server übertragen oder von
dort eingelesen werden.
Stand dieser Seite: 17. August 2026. Der aktuelle 64-Bit-Release-Stand trägt die Versionsnummer 7.6.1. Die öffentliche Download-Datei ist weiterhin unter der bisherigen Bezeichnung Version 7.50 verlinkt; bis zur Bereitstellung des neuen Setups kann der dort angebotene Installationsstand abweichen. Funktionen, die Unterstützung durch den Zielserver benötigen, werden nur angeboten, wenn der verbundene IBH Link UA beziehungsweise IBH OPC UA Server/Client einen passenden Firmwarestand besitzt.
Überblick
Der Arbeitsbereich ist in die Ansichten Projekt, Server und Zertifikate gegliedert:
- In Projekt werden Serververbindungen, Steuerungen, Programme, Variablen, externe Daten und weitere Konfigurationsobjekte bearbeitet.
- In Server werden die online gelesene Serverkonfiguration, Statusinformationen, historische Daten und UA-Nodes angezeigt.
- In Zertifikate werden das Editorzertifikat und die Zertifikate der verbundenen Server verwaltet.

Ein Projekt kann mehrere OPC UA Server enthalten. Jedem Server können mehrere Steuerungen und Stationen zugeordnet werden.
Unterstützte Projekte und Geräte
Variablen und Datenbausteine können unter anderem aus folgenden Projekten übernommen werden:
- TIA Portal V13 bis V21;
- STEP 7 / SIMATIC Manager;
- S5/S7 für Windows und SIMATIC S5;
- LOGO! Soft Comfort;
- Mitsubishi GX Works2 und GX Works3, ab Version 7.6.1 auch passwortgeschützte GX-Works3-Projekte;
- SINUMERIK beziehungsweise NC-VAR-Selector.
Als Zielsysteme werden unter anderem SIMATIC S5, S7-200, S7-300, S7-400, S7-1200, S7-1500, LOGO! 8, SINUMERIK, Modbus-Geräte, Mitsubishi-Steuerungen und -Roboter sowie Rockwell-Steuerungen unterstützt. Für Steuerungen ohne eigene Ethernet-Schnittstelle können je nach Gerät IBH Link S5++ oder IBH Link S7++ eingesetzt werden.
Schnellstart: Vom leeren Projekt zur laufenden Verbindung
- Serververbindung anlegen: Über
Bearbeiten > Neue Serververbindungden Namen, die Adresse und den Port des OPC UA Servers eintragen. - Endpunkt und Sicherheit wählen: Endpunkte vom Server abrufen, Sicherheitsverfahren, Nachrichtenmodus und Anmeldung festlegen.
- Steuerung oder Station hinzufügen: Protokoll, IP-Adresse und bei S7 TCP/IP gegebenenfalls Rack, Steckplatz und Zielbaugruppe angeben.
- Programm zuordnen: Projekt auswählen und die gewünschte CPU beziehungsweise Station öffnen.
- Variablen aktivieren: Variablen markieren, Eigenschaften prüfen und die Konfiguration zum Server übertragen.
Serververbindung und Sicherheit
Eine Serververbindung enthält den frei wählbaren Verbindungsnamen, die Serveradresse, den Port, die Endpoint-URL, das Sicherheitsverfahren, den Nachrichtenmodus, die Anmeldung und den Sitzungsnamen. Eine Reverse Connection kann verwendet werden, wenn der Server in einem geschützten Netz eine ausgehende Verbindung zum Client aufbauen soll.

Für Variablennamen stehen unterschiedliche Formate zur Verfügung. Die gewählte Darstellung muss mit der Einstellung des Zielservers übereinstimmen, insbesondere bei Punkten in Symbolnamen und bei der kompakten beziehungsweise S7-1500-kompatiblen Darstellung.
Der Editor unterstützt anonyme Anmeldung, Benutzername und Kennwort sowie zertifikatbasierte Verbindungen. Abhängig vom Endpunkt sind Signieren sowie Signieren und Verschlüsseln möglich. Verschiedene Zertifikatsspeicher und Zertifikatgruppen können gezielt ausgewählt werden. Der lokale PKI-Ordner ist in den Einstellungen frei wählbar.

Steuerung und Programm zuordnen
Beim Anlegen einer Steuerung werden Name, Hostname oder IP-Adresse, Protokoll und die
Verbindungsparameter festgelegt. Mit Verbindung testen kann die
Erreichbarkeit vor der weiteren Projektierung geprüft werden.
Über Programm zuordnen wird das Offlineprojekt geöffnet und die passende
CPU beziehungsweise Station ausgewählt. Für TIA Portal V15 bis V21 können auch
zugriffsgeschützte Projekte mit Benutzername und Kennwort geöffnet werden. Bei TIA
Portal müssen die jeweilige TIA Openness-Komponente und die erforderliche
Gruppenmitgliedschaft vorhanden sein.

S7-2-Verbindung (erweitertes S7 Protokoll) für S7-1200 und S7-1500
Ab Version 7.6.1 kann beim Anlegen einer S7-Steuerung die S7-2-Verbindung zu S7-1200 oder S7-1500 aktiviert und der zugehörige Port eingestellt werden. Der Editor liest die Variablendefinitionen über das erweiterte S7 Protokoll direkt online ein; ein Offlineprojekt ist für diese Auswahl nicht erforderlich.
Globale Variablen und Programmvariablen werden in einer Baumstruktur angezeigt. Einzelne Variablen oder vollständige Teilbäume lassen sich als OPC-Tags auswählen. Die Liste zeigt Datentyp, qualifizierten Namen und HMI-Schreibschutz. Auswahl und Online-Tag-Daten werden im Editorprojekt gespeichert und als eigene Konfiguration des erweiterten S7 Protokolls zum Server übertragen beziehungsweise vom Server eingelesen. Die Funktion setzt einen passenden Firmwarestand des Zielservers voraus.
OPC-Tags auswählen und bearbeiten
Nach der Programmzuordnung zeigt der Editor Symbole, Datenbausteine und Strukturen an. Einzelne Variablen oder ganze Teilbäume können als OPC-Tags aktiviert werden. Die Suche hilft bei großen Projekten, Variablen über ihren Namen schnell zu finden.

In den Variableneigenschaften können unter anderem OPC-Name, Datentyp, Adresse, Zugriffsrechte, Kommentar, Mess- und Skalierungswerte, Grenzwerte sowie die Historienaufzeichnung festgelegt werden. Die UA-Nodekennung wird angezeigt und kann kopiert werden.

Konfiguration übertragen, einlesen, importieren und exportieren
Konfigurationen können für einzelne Teilbereiche oder als Gesamtprojekt zum Server übertragen werden. Umgekehrt kann die auf dem Server vorhandene Konfiguration in den Editor eingelesen werden. Vorhandene Projekt- und XML-Dateien lassen sich importieren und wieder exportieren.


Im Serverfenster können Serverinformationen, Zustände, historische Daten und der Adressraum kontrolliert werden. Die vollständige XML-Nodekennung wird bei UA-Nodes angezeigt und kann für externe Clients oder Skripte übernommen werden. Namensräume des verbundenen Servers lassen sich als XML Nodeset exportieren.

Externe Daten, Variablentransfer und MQTT
Unter Externe Daten können weitere OPC UA Server verbunden werden. Der Variablentransfer ordnet Quellvariablen eines Servers Zielvariablen zu. Mehrfach- und Doppelzuweisungen werden geprüft; auch Arraybereiche können zugeordnet werden.

Benutzerdefinierte Variablen bilden einen eigenen Adressraum. Die vom Server gelesenen
Variablen werden zwischengespeichert und können über Aktualisieren neu
eingelesen werden.
Für MQTT-Verbindungen werden Brokeradresse, Client-ID, Anmeldedaten, Topics, Nachrichtenvorlage, Last-Will-Nachricht, Zertifikate und weitere Sicherheitsparameter konfiguriert. Die Verfügbarkeit hängt vom Zielgerät und dessen Firmware ab.

Modbus, Mitsubishi und SINUMERIK
Modbus
Modbus TCP- und RTU-Geräte werden als eigene Konfiguration eingefügt. Für jede Variable werden Datentyp, Unit-ID, Adresse, Grenzwerte, Historie und UA-Nodekennung festgelegt.

Mitsubishi und Rockwell
Mitsubishi-SPSen und -Roboter werden als Stationen angelegt; Programme und Variablen können anschließend ausgewählt und bearbeitet werden. Version 7.6.1 unterstützt die Programmzuordnung aus GX Works2 und GX Works3 in der 64-Bit-Ausgabe. Bei einem passwortgeschützten GX-Works3-Projekt öffnet der Editor den Mitsubishi-Kennwortdialog; bei Gastzugriff werden die sichtbaren Projektobjekte auch dann übernommen, wenn geschützte Objekte ausgeblendet bleiben. Rockwell ControlLogix und CompactLogix werden ebenfalls als Steuerungen unterstützt.

SINUMERIK
Für SINUMERIK 840D SolutionLine und PowerLine sowie SINUMERIK ONE können CNC-Stationen angelegt, das Modell ausgelesen und NC-Variablen aktiviert werden. Die integrierte SPS wird zusätzlich als Steuerung projektiert. NC-VAR-Selector-Dateien können zur Erweiterung des Adressraums importiert werden.

Nodesets, Informationsmodelle und Python
XML-Nodesets können als Informationsmodelle hinzugefügt, bearbeitet, aktualisiert, importiert und exportiert werden. Die gesamte Nodeset-Konfiguration kann vom Server eingelesen oder zum Server übertragen werden.
Aus einem Nodeset erzeugt der Editor Python-Modulvorlagen wahlweise mit oder ohne Variableninstanzen. Beim Erzeugen der Vorlagen werden Namen so geprüft, dass nur gültige Python-Identifier entstehen. Damit lassen sich Variablen und Methoden eines Informationsmodells mit Python-Funktionen auf dem IBH Link UA verbinden.
Weitere Informationen: Python, Methoden und Datenmodelle.
Aktuelle freigegebene Erweiterungen gegenüber dem PDF-Handbuch
Neu in Version 7.6.1
| Bereich | Neue Funktion |
|---|---|
| S7-2 / erweitertes S7 Protokoll | Direkte Online-Verbindung zu S7-1200 und S7-1500 mit einstellbarem Port; Variablendefinitionen werden ohne Offlineprojekt eingelesen. |
| Variablenauswahl und Übertragung | Strukturierte Anzeige von GlobalVars und Programs, Auswahl einzelner Variablen oder vollständiger Teilbäume sowie separate Übertragung und Rücklesen der Konfiguration des erweiterten S7 Protokolls. |
| Mitsubishi-Projektimport | Programmzuordnung mit den 64-Bit-Schnittstellen von GX Works2 und GX Works3 sowie Kennwortdialog für geschützte GX-Works3-Projekte. |
| 64-Bit-Setup | Eine vorhandene ältere 32-Bit-Version wird vor der Installation erkannt und entfernt, um Konflikte zwischen beiden Installationen zu vermeiden. |
| Bereich | Aktueller Funktionsumfang |
|---|---|
| TIA Portal | Projektimport bis TIA Portal V21; Öffnen zugriffsgeschützter Projekte ab V15 mit Benutzername und Kennwort. |
| Zertifikate und PKI | Auswahl verschiedener Zertifikatsspeicher und Zertifikatgruppen; frei wählbarer lokaler PKI-Ordner. |
| Global Discovery Service | GDS-Verbindungen verwalten, Serverzertifikate oder CSR-Dateien erzeugen sowie Zertifikate und Zertifikatslisten abrufen. |
| Nodesets und Python | XML-Nodeset-Export, Synchronisation mit dem Server und Erzeugung von Python-Modulvorlagen mit gültigen Identifiern. |
| Benutzerdefinierte Variablen | Zwischenspeichern der Servervariablen und gezieltes Aktualisieren der Online-Daten. |
| Variablentransfer | Prüfung auf doppelte beziehungsweise mehrfache Quell- und Zielzuordnungen sowie verbesserte Zuordnung von Arraybereichen. |
| Bedienung und Kompatibilität | 64-Bit-Unterstützung, kompatible Projektdateien zwischen 32- und 64-Bit-Version sowie Verbesserungen für hochauflösende Bildschirme. |
Weiterführende Seiten
- IBH Link UA in Betrieb nehmen
- OPC UA Client-Funktionen
- Historische Daten
- Benutzerdefinierte Variablen
- MQTT-Konfiguration
- Modbus-Anbindung
- Mitsubishi-Steuerungen
- Rockwell-Steuerungen
- SINUMERIK ONE
Abbildungsquelle: IBH OPC UA Editor-Handbuch, TTI Trans Tech International / IBHsoftec GmbH, September 2024. Die Abbildungen wurden aus dem PDF-Handbuch übernommen.