IBH OPC UA:Installation unter Windows
Der IBH OPC UA Server/Client wird unter Windows als 64-Bit-Anwendung installiert. Das Setup richtet den automatisch gestarteten Windows-Dienst ibhopcua, das Tray-Programm und den Web-Konfigurator ein.
Kurzüberblick
- Aktuelles 64-Bit-Setup herunterladen.
- Setup mit Administratorrechten ausführen.
- Windows-Dienst und Tray-Programm prüfen.
- Web-Konfigurator öffnen und Standardkennwort ändern.
- Lizenz online oder offline aktivieren.
- OPC-UA-Endpoint und Steuerungsverbindungen konfigurieren und testen.
Voraussetzungen
- freigegebenes 64-Bit-Windows-System; für neue Installationen werden Windows 10 oder Windows 11 empfohlen
- lokales Benutzerkonto mit Administratorrechten für die Installation
- statische IP-Adresse oder über DNS auflösbarer Hostname empfohlen
- Netzwerkzugriff auf die projektierten Steuerungen
- für die Online-Aktivierung: DNS-Auflösung und HTTPS-Zugriff zum Lizenzserver
- freie beziehungsweise passend konfigurierte TCP-Ports für Web-Konfigurator und OPC UA
- für NodeSets mit Python-Skripten, Methoden oder Datenmodellen: systemweit installierte 64-Bit-Version von Python 3.8 oder neuer
Vor der Installation:
- Windows-Updates und Systemzeit prüfen,
- bei einer Aktualisierung die vorhandene Konfiguration sichern,
- laufende Virenscanner- oder Anwendungsrichtlinien beachten,
- bei einer vorhandenen Installation das Tray-Programm schließen.
Installationsdatei herunterladen
Laden Sie das aktuelle 64-Bit-Setup aus dem offiziellen Downloadbereich:
Verwenden Sie keine Installationsdatei aus einer unbekannten Quelle. Prüfen Sie bei Bedarf in den Dateieigenschaften die digitale Signatur von IBHsoftec.
Installation
- Melden Sie sich mit einem Konto an, das Software installieren darf.
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Setup-Datei und wählen Sie Als Administrator ausführen.
- Bestätigen Sie die Windows-Sicherheitsabfrage nach Prüfung des Herausgebers.
- Folgen Sie dem Installationsassistenten.
- Übernehmen Sie den vorgeschlagenen Installationsordner, sofern kein administrativer Grund für einen anderen Pfad besteht.
- Schließen Sie die Installation ab.
- Führen Sie einen Neustart aus, wenn das Setup dazu auffordert.
Der Standardordner ist:
C:\Program Files\IBH OPC UA Server-Client
Das Setup installiert insbesondere:
- den Windows-Dienst
ibhopcua, - das Tray-Programm
IBHOpcUATray.exe, - den IBH OPC UA Server/Client,
- Weboberfläche und Laufzeitkomponenten,
- Startmenüeinträge für Tray und Web-Konfigurator.
Optionale Python-Funktionen
Für die Verwendung von NodeSets mit Python-Skripten, OPC-UA-Methoden und eigenen Datenmodellen ist eine systemweit für alle Benutzer installierte 64-Bit-Version von Python 3 erforderlich. Eine Installation nur im Benutzerprofil oder aus dem Microsoft Store ist für den unter LocalSystem laufenden Dienst nicht geeignet.
Das Setup prüft, ob ein geeignetes Python vorhanden ist. Falls nicht, stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:
- Python 3.13 mit Windows Package Manager systemweit installieren
- Installation von IBH OPC UA ausdrücklich ohne Python fortsetzen
Die manuelle Installation erfolgt in einer als Administrator gestarteten PowerShell:
winget install --id Python.Python.3.13 --exact --source winget --scope machine --accept-package-agreements --accept-source-agreements
Alternativ kann der 64-Bit-Installer von python.org mit Customize installation / Install for all users verwendet werden.
Ohne Python werden XML-NodeSets und Datenmodelle trotzdem geladen. Typen, Variablen, Methoden und Referenzen bleiben sichtbar. Python-Lese- und Schreib-Callbacks werden nicht ausgeführt; Python-Methoden liefern BadNotSupported. Der Menüpunkt Nodeset bleibt sichtbar und zeigt einen deutlichen Hinweis auf die fehlende Python-Installation.
Nach einer nachträglichen Python-Installation muss der Dienst neu gestartet werden:
Restart-Service ibhopcua
Optionales OPC-Classic-Gateway
Der Installer kann zusätzlich das OPC-Classic-DA-Gateway installieren. Zur Auswahl stehen nur OPC UA, OPC UA mit lokalem OPC Classic sowie OPC UA mit OPC Classic und Remote-DCOM. Sowohl 32-Bit- als auch 64-Bit-OPC-Classic-Clients können auf den 64-Bit-Server zugreifen.
Dienst und Tray prüfen
Öffnen Sie die Windows-Dienstverwaltung mit services.msc. Der Dienst IBH OPC UA Server-Client beziehungsweise ibhopcua muss vorhanden sein und sollte automatisch gestartet werden.
Alternativ kann eine administrative PowerShell verwendet werden:
Get-Service ibhopcua Start-Service ibhopcua Restart-Service ibhopcua

Das Windows-Tray ermöglicht den schnellen Zugriff auf Start, Stop, Web-Konfigurator und Diagnose. Ist das Symbol nicht sichtbar, öffnen Sie im Windows-Startmenü IBH OPC UA Server-Client.

Web-Konfigurator öffnen
Öffnen Sie den Web-Konfigurator über das Tray-Menü oder verwenden Sie auf dem Server-PC:
http://localhost:48080
Von einem anderen Rechner:
http://IP-ADRESSE-ODER-HOSTNAME:48080

Bei einer unveränderten Erstinstallation lauten die Zugangsdaten:
| Benutzername | Kennwort |
|---|---|
admin
|
admin
|
Ändern Sie das Standardkennwort unmittelbar nach der ersten Anmeldung.

Netzwerk und Firewall
Für die Standardkonfiguration sind insbesondere folgende eingehenden TCP-Verbindungen relevant:
| Funktion | Standardport | Hinweis |
|---|---|---|
| Web-Konfigurator unter Windows | 48080 | Nur für die benötigten Administrationsnetze freigeben |
| OPC-UA-Server | 48010 | Endpoint für OPC-UA-Clients |
| HTTPS-Webzugriff | entsprechend der Konfiguration | Nur freigeben, wenn HTTPS eingerichtet ist |
Die Windows-Firewall sollte nur für die tatsächlich benötigten Netzwerkprofile und Quellnetze geöffnet werden. MQTT, der integrierte OPC-UA-Client und die Online-Aktivierung können zusätzliche ausgehende Verbindungen benötigen.
Lizenz aktivieren
Die bisherige Aktivierung mit Hardware-ID, E-Mail, Seriennummer und PIN ist nicht mehr der aktuelle Ablauf.
Online-Aktivierung
- Im Web-Konfigurator den Bereich System / Lizenzierung öffnen.
- Lizenzseriennummer eingeben.
- Zugehörige achtstellige Geheimzahl eingeben.
- Online-Aktivierung starten.
- Gültigen Lizenzstatus prüfen.
Offline-Aktivierung
- Im Web-Konfigurator die systemgebundene Datei
ibhlinkua-license-request.jsonerzeugen und herunterladen. - Datei über einen Rechner mit Internetzugang durch den vorgesehenen Lizenzprozess bearbeiten lassen.
- Die erhaltene signierte JSON-Lizenzdatei im Web-Konfigurator hochladen.
- Lizenzstatus kontrollieren.
Die Lizenz ist an den Windows-Rechner gebunden und darf nicht einfach auf ein anderes System kopiert werden. Weitere Informationen stehen unter Lizenzierung.
OPC-UA-Verbindung testen
Der Standard-Endpoint lautet:
opc.tcp://IP-ADRESSE-ODER-HOSTNAME:48010
- Endpoint in einem OPC-UA-Client eintragen.
- Serverzertifikat anhand von Fingerabdruck und Aussteller prüfen.
- Zertifikat nur vertrauen, wenn es eindeutig dem installierten Server zugeordnet wurde.
- Sicherheitsrichtlinie, Nachrichtenmodus und Benutzeranmeldung auswählen.
- Adressraum durchsuchen und eine Testvariable lesen.
- Schreibzugriffe nur an ausdrücklich dafür vorgesehenen Variablen testen.
Aktualisierung
- Konfiguration im Web-Konfigurator sichern.
- Aktuelles 64-Bit-Setup herunterladen.
- Setup als Administrator über die vorhandene Installation ausführen.
- Bei Aufforderung Windows neu starten.
- Dienst, Lizenzstatus, Zertifikate, Projekte und Steuerungsverbindungen prüfen.
Ein Downgrade sollte nur nach Rücksprache mit dem IBHsoftec-Support durchgeführt werden.
Deinstallation
- Windows-Einstellungen öffnen.
- Apps / Installierte Apps auswählen.
- IBH OPC UA Server-Client suchen.
- Deinstallation starten.
- Vor dem Löschen verbliebener Daten prüfen, ob Konfiguration, Zertifikate oder Lizenzinformationen noch benötigt werden.
Fehlerbehebung
- Setup startet nicht
- Administratorrechte, digitale Signatur, Windows-Version, Virenschutz und Richtlinien prüfen.
- Dienst startet nicht
- Dienststatus in
services.mscund die Windows-Ereignisanzeige kontrollieren. Außerdem prüfen, ob benötigte Ports bereits belegt sind.
- Tray-Symbol fehlt
- Tray-Anwendung über das Startmenü öffnen und die ausgeblendeten Symbole der Taskleiste prüfen.
- Web-Konfigurator ist nicht erreichbar
- Dienststatus, Port 48080, lokale URL und Windows-Firewall prüfen.
- OPC-UA-Client kann nicht verbinden
- Endpoint, Port 48010, Systemzeit, Zertifikate, Sicherheitsrichtlinie und Benutzeranmeldung kontrollieren.
- Online-Aktivierung schlägt fehl
- Internetzugang, DNS, Proxy, Firewall, Systemzeit, Seriennummer und achtstellige Geheimzahl prüfen.
- Nodeset meldet fehlendes Python
- Prüfen, ob Python 3 als 64-Bit-Version systemweit für alle Benutzer installiert wurde. Eine nur im Benutzerprofil sichtbare Installation reicht für den Dienst nicht aus.
- OPC Classic ist in der Weboberfläche nicht sichtbar
- In Apps / Installierte Apps die Installation von IBH OPC UA ändern und das OPC-Classic-Feature ergänzen.
Nächste Schritte
Nach der Installation folgen Grundkonfiguration, Projektübernahme und Funktionstest: