IBH OPC UA:Inbetriebnahme
Der IBH OPC UA Server/Client ist eine 64-Bit-Softwarelösung für Windows und Linux-PC. Diese Anleitung ersetzt den Inbetriebnahmeteil des PDF-Handbuchs V5.27 und beschreibt den aktuellen Ablauf für Version 6.10.
Ablauf in Kurzform
- Software installieren und Dienst beziehungsweise Server starten.
- Web-Konfigurator öffnen und Administratorkennwort setzen.
- Netzwerk, Endpoint und Firewall prüfen.
- OPC-UA-Sicherheit und Zertifikate konfigurieren.
- Lizenz online oder per signierter JSON-Datei aktivieren.
- SPS-/Geräteprojekt mit dem IBH OPC UA Editor laden.
- Steuerungsverbindungen und OPC-UA-Zugriff testen.
- Konfiguration sichern.
Installation
Windows
- Laden Sie das aktuelle 64-Bit-Setup aus dem IBHsoftec-Downloadbereich.
- Starten Sie das Setup mit administrativen Rechten.
- Übernehmen Sie die für den Zielrechner vorgesehenen Komponenten.
- Führen Sie einen Neustart aus, wenn das Setup dazu auffordert.
- Starten Sie anschließend den IBH OPC UA Server/Client beziehungsweise den zugehörigen Dienst.

Das Windows-Tray dient als schneller Zugriff auf Start/Stop, Web-Konfigurator und Diagnose. Ist das Tray-Symbol nicht sichtbar, starten Sie IBH OPC UA Tray über das Windows-Startmenü.

Linux-PC
Verwenden Sie das für die Zielplattform bereitgestellte 64-Bit-Paket und die darin enthaltene Installationsanleitung. Der Server läuft als Dienst. Start, Stop, Protokollierung und automatischer Start werden über die Dienstverwaltung der verwendeten Linux-Distribution gesteuert. Laufzeit-, Konfigurations- und Lizenzpfade dürfen nicht aus einer Windows-Installation übernommen werden.
Web-Konfigurator öffnen
Unter Windows kann der Web-Konfigurator aus dem Tray-Menü geöffnet werden.

Alternativ verwenden Sie im Browser:
- auf dem Server-PC:
http://localhost:<Web-Port> - von einem anderen Rechner:
http://<IP-Adresse-oder-Hostname>:<Web-Port>
Der Web-Port ist in der lokalen Konfiguration beziehungsweise im Tray-Menü ersichtlich. Bei einem Fernzugriff muss dieser Port in der Firewall gezielt freigegeben werden.

Verwenden Sie die bei der Installation beziehungsweise Ersteinrichtung festgelegten Zugangsdaten. Ändern Sie ein werkseitiges oder vorläufiges Administratorkennwort unmittelbar nach der ersten Anmeldung. Speichern Sie das Kennwort sicher; ein verlorenes Administratorkennwort kann eine Rücksetzung erforderlich machen.
Grundkonfiguration
Netzwerk und Endpoint
- Prüfen Sie Hostname, IP-Adresse, Subnetz und Standard-Gateway des Rechners.
- Legen Sie den OPC-UA-Port entsprechend dem Anlagenkonzept fest.
- Notieren Sie die angezeigte Endpoint-URL.
- Öffnen Sie in der Firewall nur die benötigten Web-, OPC-UA- und gegebenenfalls ausgehenden Client-/MQTT-Verbindungen.
- Verwenden Sie nach Möglichkeit einen per DNS auflösbaren Hostnamen.
Eine Endpoint-URL hat beispielsweise die Form opc.tcp://server-name:port. Hostname beziehungsweise IP-Adresse müssen zum verwendeten Serverzertifikat passen.
OPC-UA-Sicherheit
- Aktivieren Sie nur die benötigten Sicherheitsrichtlinien und Nachrichtenmodi.
- Bevorzugen Sie signierte und verschlüsselte Verbindungen.
- Deaktivieren Sie anonymen Zugriff, wenn das Anwendungskonzept eine Benutzeranmeldung vorsieht.
- Verwenden Sie die Kompatibilitätsoptionen für unsichere Verbindungen nur, wenn ein Altgerät dies zwingend erfordert.
- Prüfen Sie Datum, Uhrzeit und Zeitzone des Systems.
Zertifikate
Im Bereich Zertifikate werden Server-, Client- und Vertrauenslisten verwaltet.
- nicht vertrauenswürdige Clientzertifikate vor der Freigabe eindeutig zuordnen
- abgelaufene Zertifikate ersetzen
- eigene CA-signierte Zertifikate über CSR und Zertifikatsimport einrichten
- bei GDS-Nutzung die zugewiesenen Zertifikatsgruppen und Aussteller prüfen
- Zertifikat und privaten Schlüssel nur gemeinsam und geschützt sichern
Lizenzierung
Die alte Aktivierung über Hardware-ID, E-Mail, Seriennummer und PIN ist nicht mehr der aktuelle Ablauf.
Die bevorzugte Online-Aktivierung verwendet:
- Lizenzseriennummer
- zugehörige achtstellige Geheimzahl
- Verbindung zum Copilot-Lizenzserver
Für Offline-Systeme wird im Web-Konfigurator die systemgebundene Datei ibhlinkua-license-request.json erzeugt. Nach der externen Bearbeitung wird die signierte JSON-Lizenzdatei auf dem Zielsystem installiert.
Die vollständige Anleitung steht unter Lizenzierung.
Projekt laden
Für neue Projekte wird der kostenfreie IBH OPC UA Editor verwendet.
- Zielserver im Editor eintragen.
- Vorhandene Serverkonfiguration bei Bedarf einlesen.
- STEP7-, TIA-Portal- oder Editorprojekt importieren beziehungsweise erstellen.
- Steuerungen, Datenbausteine und Variablen auswählen.
- Projekt prüfen.
- Konfiguration an den Server übertragen.
- Im Web-Konfigurator Verbindungs- und Variablenstatus kontrollieren.
Bei S7-1200 und S7-1500 wird der Zugriff auf optimierte Datenbausteine unterstützt. Das importierte Projekt muss dem in der CPU geladenen Stand entsprechen.
Siehe Beispiele mit dem TIA Portal und Beispiele mit STEP7 / SIMATIC Manager.
Funktionstest
Serverstatus
Im Web-Konfigurator müssen Serverlaufzeit, Endpoint und Lizenzstatus plausibel sein. Prüfen Sie anschließend die Steuerungsdiagnose jeder projektierten Verbindung.

Test mit einem OPC-UA-Client
- Endpoint hinzufügen.
- Sicherheitsrichtlinie und Nachrichtenmodus auswählen.
- Serverzertifikat anhand Fingerabdruck und Aussteller prüfen.
- Benutzer anmelden, wenn anonymer Zugriff deaktiviert ist.
- Adressraum durchsuchen.
- Testvariablen lesen und – nur wenn vorgesehen – schreiben.
- Statuscode und Zeitstempel prüfen.
Weitere Funktionen
Nach erfolgreicher Grundinbetriebnahme können abhängig von System und Lizenzumfang konfiguriert werden:
- integrierter OPC UA Client und HOT-Redundanz
- Historie
- Alarms & Conditions
- MQTT einschließlich Sparkplug B
- Modbus TCP/RTU
- Mitsubishi- und Rockwell-Anbindungen
- SINUMERIK/CNC
- GDS-Zertifikatsverwaltung
- integrierte S7 SoftSPS
- Docker-Verwaltung bei dafür vorgesehenen Installationen
Aktivieren Sie Erweiterungen schrittweise und sichern Sie vor größeren Änderungen die funktionierende Konfiguration.
Sichern und Wiederherstellen
- Öffnen Sie im Web-Konfigurator den Bereich System.
- Erstellen Sie eine Konfigurationssicherung.
- Bewahren Sie Sicherung und zugehörige Lizenzinformationen geschützt auf.
- Verwenden Sie beim Systemwechsel eine neue Lizenzanforderung; eine Lizenzdatei kann nicht einfach auf einen anderen Rechner kopiert werden.
- Prüfen Sie nach einer Wiederherstellung Netzwerk, Zertifikate, Lizenz und alle Verbindungen.
Fehlerbehebung
- Web-Konfigurator ist nicht erreichbar
- Dienststatus, Web-Port, lokale Bindung, Firewall und URL prüfen.
- OPC-UA-Client kann nicht verbinden
- Endpoint, OPC-UA-Port, Sicherheitsrichtlinie, Systemzeit, Zertifikat und Benutzeranmeldung kontrollieren.
- Steuerung bleibt getrennt
- IP-Adresse, Rack/Slot, Routing, CPU-Zustand und Projektstand prüfen.
- Variablen fehlen
- Projekt neu übersetzen, im IBH OPC UA Editor erneut importieren und die aktuelle Konfiguration übertragen.
- Online-Lizenzierung schlägt fehl
- Internetzugang, DNS, Proxy, Firewall, Systemzeit, Lizenzseriennummer und achtstellige Geheimzahl prüfen.