IBH OPC UA:Installation unter Linux

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Version vom 14. August 2026, 11:28 Uhr von Axel (Diskussion | Beiträge) (Paketmatrix für Linux-Distributionen und Architekturen ergänzt)
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Der IBH OPC UA Server/Client ist als 64-Bit-Linux-Version für amd64 und arm64 verfügbar. Die Auslieferung erfolgt als Debian-Paket (.deb). Das Paket installiert die Anwendung, richtet den Systemdienst ein und startet ihn automatisch.

Kurzüberblick

  1. Passendes Paket für die Prozessorarchitektur auswählen.
  2. Debian-Paket mit apt installieren.
  3. Status des Dienstes ibhlinkua.service prüfen.
  4. Web-Konfigurator im Browser öffnen.
  5. Administratorkennwort ändern und Lizenz aktivieren.
  6. OPC-UA-Endpoint und Steuerungsverbindungen konfigurieren und testen.

Voraussetzungen

  • Empfohlenes Zielsystem: Ubuntu 22.04 LTS oder ein dafür freigegebenes, Debian-kompatibles Linux-System
  • 64-Bit-Prozessorarchitektur amd64 oder arm64
  • systemd als Dienstverwaltung
  • Benutzerkonto mit sudo-Rechten
  • Statische IP-Adresse oder über DNS auflösbarer Hostname empfohlen
  • Für die Online-Aktivierung: DNS-Auflösung und HTTPS-Zugriff zum Lizenzserver
  • Für die Kommunikation mit Steuerungen: Netzwerkzugriff auf die projektierten SPSen

Die Architektur des Zielsystems lässt sich prüfen mit:

dpkg --print-architecture
uname -m

x86_64 entspricht dem Paket für amd64, aarch64 dem Paket für arm64.

Installationspaket

Verwenden Sie ausschließlich das von IBHsoftec bereitgestellte Paket für die richtige Distribution, Distributionsversion und Prozessorarchitektur. Neben der Architektur müssen insbesondere die Python- und ICU-Versionen zum Zielsystem passen. Ein Paket für Ubuntu 22.04 und ein Paket für Debian 12 sind deshalb nicht untereinander austauschbar.

Zielsystem ermitteln

Führen Sie auf dem Zielsystem aus:

. /etc/os-release
echo "$ID $VERSION_ID"
dpkg --print-architecture
uname -m

Paketmatrix

Linux-Variante Ausgabe von dpkg --print-architecture Zu verwendende Paketvariante Beispiel für den Dateinamen Status
Ubuntu 22.04 LTS auf Intel-/AMD-PC amd64 Ubuntu-22.04-Paket für AMD64 ibhlinkua_VERSION.BUILD_amd64.deb Freigegebene Standardvariante
Ubuntu 22.04 LTS auf ARM64 arm64 ausdrücklich für Ubuntu 22.04 ARM64 bereitgestelltes Paket ibhlinkua_VERSION.BUILD_arm64.deb Nur verwenden, wenn das Paket als Ubuntu-22.04-Variante gekennzeichnet oder geliefert wurde
Debian 12 „Bookworm“ auf Intel-/AMD-PC amd64 Debian-12-Paket für AMD64 ibhlinkua_VERSION.BUILD_debian12_amd64.deb Nur die Debian-12-Variante verwenden
Debian 12 „Bookworm“ auf ARM64 arm64 Debian-12-Paket für ARM64 ibhlinkua_VERSION.BUILD_debian12_arm64.deb Freigegebene ARM64-Standardvariante
Raspberry Pi OS 64-Bit „Bookworm“ arm64 Debian-12-Paket für ARM64 ibhlinkua_VERSION.BUILD_debian12_arm64.deb Nur für die 64-Bit-Ausgabe
Revolution Pi mit 64-Bit-Bookworm-System arm64 Debian-12-Paket für ARM64 ibhlinkua_VERSION.BUILD_debian12_arm64.deb Nur verwenden, wenn dpkg --print-architecture tatsächlich arm64 ausgibt
Raspberry Pi OS oder Debian in 32 Bit armhf oder i386 Kein Paket Nicht unterstützt
Ubuntu 20.04, Ubuntu 24.04, Debian 11 oder eine andere nicht aufgeführte Version abhängig vom System Nur ein von IBHsoftec ausdrücklich für diese Version freigegebenes Paket abhängig von der Freigabe Kein Paket einer anderen Distribution auf Verdacht installieren

Wichtig: Die Architektur im letzten Bestandteil des Dateinamens reicht allein nicht zur Auswahl aus. Prüfen Sie auch die Distributionsvariante. Ältere ARM64-Pakete können im Dateinamen nur _arm64.deb tragen; verwenden Sie diese nur für das bei der Lieferung angegebene Zielsystem.

Die Bezeichnungen im Beispiel bedeuten:

  • VERSION: Produktversion, zum Beispiel 6.0.16
  • BUILD: freigegebene Buildnummer
  • debian12: Paket wurde für Debian 12 / Bookworm gebaut
  • amd64: 64-Bit-x86-System
  • arm64: 64-Bit-ARM-System

Kopieren Sie das ausgewählte Paket auf den Linux-Rechner und wechseln Sie im Terminal in das Verzeichnis, in dem die Datei liegt.

Installation

Installieren Sie das Paket mit apt. Dabei werden die im Paket hinterlegten Abhängigkeiten berücksichtigt:

sudo apt update
sudo apt install ./ibhlinkua_VERSION_amd64.deb

Ersetzen Sie den Dateinamen durch den Namen des gelieferten Pakets. Für ein ARM64-System verwenden Sie entsprechend das arm64-Paket.

Das Paket:

  • installiert das Programm nach /opt/IBHLinkUA,
  • legt die Konfiguration unter /etc/ibhlinkua ab,
  • installiert die Wt-Konfiguration unter /etc/wt,
  • richtet ibhlinkua.service ein,
  • aktiviert den automatischen Start und
  • startet den Dienst nach der Installation.

Dienst prüfen und steuern

Status anzeigen:

sudo systemctl status ibhlinkua.service --no-pager

Dienst starten, stoppen oder neu starten:

sudo systemctl start ibhlinkua.service
sudo systemctl stop ibhlinkua.service
sudo systemctl restart ibhlinkua.service

Automatischen Start prüfen:

sudo systemctl is-enabled ibhlinkua.service

Aktuelle Meldungen des Dienstes anzeigen:

sudo journalctl -u ibhlinkua.service -n 100 --no-pager

Web-Konfigurator öffnen

Ermitteln Sie bei Bedarf die IP-Adresse des Linux-Rechners:

hostname -I

Öffnen Sie anschließend auf einem Rechner im selben Netzwerk:

http://IP-ADRESSE-ODER-HOSTNAME/

Bei einer Standardinstallation verwendet der Web-Konfigurator HTTP-Port 80. Ist HTTPS eingerichtet, wird üblicherweise Port 443 verwendet.

Die Erstanmeldung erfolgt bei einer unveränderten Installation mit:

Benutzername Kennwort
admin admin

Ändern Sie das Standardkennwort unmittelbar nach der ersten Anmeldung. Prüfen Sie anschließend Datum, Uhrzeit, Zeitzone und Hostname des Linux-Systems, da diese Angaben für Zertifikate und sichere OPC-UA-Verbindungen wichtig sind.

Netzwerk und Firewall

Standardmäßig werden insbesondere folgende eingehende Verbindungen benötigt:

Funktion Protokoll Standardport
Web-Konfigurator TCP 80
Web-Konfigurator über HTTPS, wenn aktiviert TCP 443
OPC-UA-Server TCP 48010

Öffnen Sie nur die tatsächlich benötigten Ports und beschränken Sie den Zugriff nach Möglichkeit auf das Anlagen- oder Administrationsnetz. Beispiel für ufw:

sudo ufw allow from NETZADRESSE/PRÄFIX to any port 80 proto tcp
sudo ufw allow from NETZADRESSE/PRÄFIX to any port 48010 proto tcp

Wenn MQTT, der integrierte OPC-UA-Client, eine Online-Lizenzierung oder andere ausgehende Verbindungen verwendet werden, müssen zusätzlich die jeweiligen Zieladressen und Ports erreichbar sein.

Lizenz aktivieren

Die Lizenz ist an das Linux-Zielsystem gebunden. Eine vorhandene Lizenzdatei darf deshalb nicht einfach auf einen anderen Rechner oder eine andere virtuelle Maschine kopiert werden.

Online-Aktivierung

  1. Web-Konfigurator öffnen.
  2. Zum Bereich System / Lizenzierung wechseln.
  3. Lizenzseriennummer eingeben.
  4. Zugehörige achtstellige Geheimzahl eingeben.
  5. Online-Aktivierung starten.
  6. Prüfen, ob der Lizenzstatus anschließend als gültig angezeigt wird.

Offline-Aktivierung

  1. Im Web-Konfigurator die systemgebundene Anforderungsdatei ibhlinkua-license-request.json erzeugen und herunterladen.
  2. Datei auf einem Rechner mit Internetzugang über den vorgesehenen Lizenzprozess bearbeiten lassen.
  3. Die erhaltene signierte JSON-Lizenzdatei im Web-Konfigurator des Zielsystems hochladen.
  4. Lizenzstatus kontrollieren.

Die installierte Lizenz liegt standardmäßig unter /etc/ibhlinkua/license.json. Sie darf nicht manuell verändert werden. Weitere Einzelheiten stehen unter Lizenzierung.

OPC-UA-Verbindung testen

Der Standard-Endpoint lautet:

opc.tcp://IP-ADRESSE-ODER-HOSTNAME:48010
  1. Endpoint in einem OPC-UA-Client eintragen.
  2. Serverzertifikat anhand von Fingerabdruck und Aussteller prüfen.
  3. Zertifikat vertrauen, wenn es eindeutig dem installierten Server zugeordnet wurde.
  4. Sicherheitsrichtlinie, Nachrichtenmodus und Benutzeranmeldung passend zur Serverkonfiguration wählen.
  5. Adressraum durchsuchen und eine Testvariable lesen.
  6. Schreibzugriffe nur an ausdrücklich dafür vorgesehenen Variablen testen.

Konfiguration und wichtige Pfade

Zweck Pfad
Programm und Web-Ressourcen /opt/IBHLinkUA
Hauptkonfiguration /etc/ibhlinkua
OPC-UA-Serverkonfiguration /etc/ibhlinkua/ServerConfig.xml
Lizenz /etc/ibhlinkua/license.json
Wt-Webserverkonfiguration /etc/wt/wt_config.xml
Systemdienst ibhlinkua.service

Ändern Sie Konfigurationsdateien nur, wenn dies ausdrücklich erforderlich ist. Für die normale Einrichtung wird der Web-Konfigurator beziehungsweise der IBH OPC UA Editor verwendet.

Aktualisierung

Erstellen Sie vor einer Aktualisierung eine Sicherung der Konfiguration. Installieren Sie das neue Paket anschließend mit apt über die vorhandene Installation:

sudo apt install ./ibhlinkua_NEUE_VERSION_ARCHITEKTUR.deb
sudo systemctl status ibhlinkua.service --no-pager

Prüfen Sie danach:

  • Lizenzstatus,
  • OPC-UA-Endpoint und Zertifikate,
  • Steuerungsverbindungen,
  • geladene Projekte,
  • Historie, MQTT und weitere verwendete Funktionen.

Ein Downgrade sollte nur nach Rücksprache mit dem IBHsoftec-Support erfolgen.

Deinstallation

Paket entfernen:

sudo apt remove ibhlinkua

Vor einer vollständigen Bereinigung müssen Konfiguration, Zertifikate und Lizenzinformationen gesichert werden, sofern sie noch benötigt werden. Löschen Sie Verzeichnisse unter /etc/ibhlinkua nicht unkontrolliert.

Fehlerbehebung

Dienst startet nicht
Mit systemctl status und journalctl die Ursache prüfen. Außerdem Architektur, Paketabhängigkeiten und Rechte kontrollieren.
Web-Konfigurator ist nicht erreichbar
Dienststatus, IP-Adresse, Web-Port und Firewall prüfen. Außerdem kontrollieren, ob ein anderer Dienst Port 80 oder 443 verwendet.
OPC-UA-Client kann nicht verbinden
Port 48010, Endpoint, Sicherheitsrichtlinie, Systemzeit, Zertifikate und Benutzeranmeldung prüfen.
Online-Aktivierung schlägt fehl
Internetzugang, DNS, Proxy, Firewall, Systemzeit, Seriennummer und achtstellige Geheimzahl kontrollieren.
Lizenz ist nach einem Systemwechsel ungültig
Eine neue systemgebundene Lizenzanforderung erzeugen. Dies gilt insbesondere nach dem Klonen einer VM oder dem Austausch wesentlicher Systemmerkmale.

Siehe auch